Kaiser Wilhelm II. als kunsthandwerklicher Schlachtenlenker – Die Neuausstattung des Berliner Schlosses mit luxuriösen Kunstmöbeln aus Berliner und Potsdamer Werkstätten

Vortrag von Dr. Jörg Meiner, Leiter des Dezernats Forschung und Ausstellungen bei den Staatlichen Schlössern, Gärten und Kunstsammlungen Mecklenburg-Vorpommern
Moderation: Dr. Guido Hinterkeuser

Datum: wird bekannt gegeben
Ort: Rathaus Schöneberg, 1. OG, Kennedy-Saal

Als Wilhelm II. 1888 den Thron bestieg, gehörte es zu seinen ersten Maßnahmen, den Wohnsitz des preußischen Königs und deutschen Kaisers zurück ins Berliner Schloss zu verlegen. Selbstbewusst richtete er sein Appartement in den ehemaligen Wohnräumen Friedrichs des Großen ein – eine klare geschichtspolitische Manifestation. Diese Wohnung sowie weitere Räume und Säle des Schlosses ließ der Kaiser im Laufe seiner Regierung prunkvoll erneuern und kostbar ausstatten. Vor allem mit einheimischem Luxuskunsthandwerk wollte Wilhelm II. der Welt vor Augen führen, dass das deutsche Kaiserreich mit der künstlerischen Hegemonialmacht Frankreich auf Augenhöhe agiert. Er begriff die kulturelle Aufholjagd des Kaiserreichs als Kampfgeschehen, in dem sich die deutschen Kunsthandwerker und ihre Förderer – nicht zuletzt er selbst – zu bewähren hatten. Dafür engagierte er sich vor allem auf den Weltausstellungen 1900 in Paris und 1904 in St. Louis mit Bestellungen von herausragenden Objekten, die später im Berliner Schloss aufgestellt wurden. Vieles davon geriet bald nach 1918 in Vergessenheit. Erst in den vergangenen Jahren gelang es, neues Licht in dieses einst so anspruchsvoll aufgeladene, dann aber verdunkelte Kapitel Berliner und preußischer Kunstgeschichte zu werfen.

Wir freuen uns auf Ihr Kommen.